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20. Juli 2007

APRIL, APRIL - HVB und Pleon haben uns vera.....!

Endlich ist es da, das tolle "HEURECA - Das HVB Wealth Management Magazin" von Pleon. Zugegeben, ein etwas langer Titel, der für deutsche Zungen schwer auszusprechen ist. Und bei dem Gebissträger Gefahr laufen (spätestens bei "Wealth") ihrer Ersatz-Kauleiste verlustig zu werden.
Ich weiß gar nicht, warum sich die CP-Branche so darüber aufregt. Lustige Headlines verbinden sich mit - aus Kostengründen - sinnfreien Texten im geistig luftleeren Raum. Das ist doch entspannend und fordert einen nicht so wie ein richtiges CP-Magazin, bei dem die Texte und Bilder einen Sinn ergeben. Also ich habe beim Durchblättern des Magazins herzhaft lachen können, denn schließlich wurde das Ganze ja von Volontären zusammen gebastelt. Jedenfalls drängt sich einem dieser Eindruck auf. Aus Kostengründen - aber das wissen wir ja seit dem Versteigerungs-Coup - ist denn auch Kohtes Paule zitiert worden, von dem man ja weiß, dass er irgendwie etwas mit Pleon zu tun hat. Geld für einen echten Fachmann hat man halt nicht gehabt.

Und was vermittelt "HEURECA" nicht alles für tolle Erkenntnisse. Hätten Sie gewusst, dass "Die Mitarbeiter das wichtigste Kapital der Bank" sind? Da fällt man doch vor lauter Ehrfurcht auf die Knie. Oder schon die herzliche Begrüßung des Mitglieds des Vorstandes der HypoVereinsbank, Andreas Wölfer: "Liebe Leserin, lieber Leser, mit Freude präsentiere ich Ihnen die erste Ausgabe unseres neuen Magazins Heureca." Was für eine Headline! Da wird einem doch warm ums Herz, und man möchte als "lieber" Leser den Mann an die Brust drücken. Und erst die tolle Gestaltung. Wussten Sie, dass man - aus Kostengründen natürlich - das Design bei den Stammtischbrüdern "Volle Promille" im Englischen Garten in Auftrag gegeben hat? Und die vielen Anzeigen (oder sollte das Gestaltung sein?). Ist doch echt lustig. Lesen bracht man die Postille gar nicht, das steht ja schon auf dem Titel: "Verschenkte Zeit".

Was die ganze Branche nicht bemerkt hat: Das Ding ist ein April-Scherz. Steht ganz groß auf dem Titel: "Ausgabe 1, April 2007". Da ist dem Chefgrafiker von "Volle Promille" aus Versehen ein Komma statt eines Punktes rausgerutscht.

Heureka! Ich hab's gefunden!

Weitere Infos zum Thema gibt es hier:
CPWISSEN, vom 18.07.2007

07. März 2007

Korporejt Pablisching? Des mache mer aach!

Wie schön. "Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für Corporate Publishing" - so oder ähnlich kann man's fast täglich in den Kommunikations-Gazetten (nach)lesen. Das freut einen natürlich, denn schließlich leben wir ja davon, dass bedeutende Unternehmen wie "Draht-Meier & Sohn" nunmehr auch dem Reiz von CP erlegen sind.

Und so posaunt der CEO Meier im besten Platt-Hessisch (ersatzweise jede andere Mundart): "Des mache mer jetzt aach". Womit der eloquente Firmenchef die brandneue Firmenpostille meint: vierseitig, dreifaltig, zweifarbig und einsilbig. Denn schon auf Seite 1 (Titelstory!) kommt der Chef zu Wort und - dreizehn Mal ins Bild. Und damit man auf Seite 2 nicht schon vergessen hat, wie denn der Chef von "Draht-Meier & Sohn" aussieht, wird er sicherheitshalber noch 20 Mal abgebildet: Der Chef mit allen drei Mitarbeitern, mit dem Landrat, bei der Einweihung des neuen DIXI-Klo's, am Schreibtisch, am Telefon, am Arbeiten usw. Irgendwie wächst uns da Draht-Meier ans Herz. Sind wir nicht alle Draht-Meiers? Leider erscheint das brandaktuelle Organ nur einmal jährlich, was unser Herz wehmütig werden lässt.

Konzept und Realisation des bahnbrechenden CP-Titels kommt von der Agentur "Hoch & Stapler". Warum haben wir von diesem Unternehmen bisher nichts vernommen? Weil wir keine Ahnung haben! Denn: "Hoch & Stapler sind erfahrene CP-Spezialisten", das haben sie selber geschrieben. In den Kommunikations-Gazetten. Und die haben immer Recht.

Oder sollte ich da was falsch verstanden haben?

18. Januar 2007

Media-Marketing? Ich bin doch wohl blöd!

In den Unternehmen geht die Angst um. Angst, dass die Verantwortlichen in den Bereichen Marketing/Kommunikation nicht mehr in der Lage sind, Kommunikationsdienstleistungen selber einzukaufen. Jawoll, das ist der Fall. Jetzt sind die wahren Profis am Zuge: Die Einkäufer. Die verstehen zwar nix von Kommunikation, dafür umso mehr von Rabattschlachten. Und das geht so: Am Morgen kauft der Herr Chefeinkäufer 10.000 Rollen Klopapier, 100.000 Bleistifte, 15.000 Aktenordner, 21.000 Radiergummis aus China ("knallhart verhandelt") und nachmittags noch schnell 5.000 Taschenrechner, ein Kundenmagazin und 1.500 Pakete Kopierpapier. Das Kundenmagazin ordert er per Bestellschein, den alle Anwärter ausfüllen müssen, z.B. "Beschaffenheit und Struktur der Ware: Hart, mittel, weich" oder "vierlagig, dreilagig, zweilagig oder einfach". Da kommen wir ins Grübeln, aber zu dem Schluss, dass "vierlagig" wohl ein Schreibfehler ist und es "verlagig" heißen müsste. Wir sind nicht "agenturlich". Irgendwie beschleicht uns das Gefühl, dass es dem Einkäufer nur auf Menge und Preis ankommt, egal was drin- oder draufsteht.

Das Ausfüllen der vielen hübschen Felder macht jedenfalls Spaß. Das Verfahren ist prima, denn jetzt brauchen wir Publisher nicht mehr mit den Marketingleuten über den Aufwand diskutieren, der z.B. für eine exklusive Reportage notwendig ist, und die Marketingleute brauchen sich mit uns nicht mehr über die strategischen Zielstellungen, das Wording (toller Begriff!) und ihr CD auseinandersetzen. Der Herr Chefeinkäufer besteht darauf, dass der Druck nicht auf 90g-Papier (gestrichen!) erfolgen sollte, sondern auf maximal 15g. Allerdings zweilagig, sonst gibt's zu hohen Durchschuss. Der Marketingleiter bricht schweigend zusammen.

Wir schreiben einfach Folgendes: "Wir drucken gerne auf Klopapier. Da kann Ihr Kunde bei seinen Sitzungen die tollsten Nachrichten und Stories lesen und zwar bis zum Ende der Rolle. Er wird ständig nach neuen Rollen lechzen und beschließen, sein Leben nur noch auf'm Klo zubringen zu wollen. Und Sie können immer mehr Rollen verkaufen. Ist das nicht toll?"

Unser Klopapier ist übrigens saubillig und beidseitig verwendbar (100%iger Mehrwert)! Der Erfolg liegt klar auf der Hand, Herr Chef-Einkäufer!

08. Januar 2007

Nenn mich nicht Agentur

Nenn mich nicht Agentur, Kunde! Nenn mich Verlag, dann ist Ruhe. Oder ist für Dich der Konditor Bäcker, die Masseurin Masseuse? Gerade Dir war es doch noch wichtig , Mobilfunkanbieter und nicht Telefongesellschaft genannt zu werden? Und wie bist Du mir über den Mund gefahren, weil ich Drogerie zu Dir sagte und nicht Drogeriemarkt. Bei mir forderst Du ein Unterscheidungsvermögen, das Du mir verweigerst. Denn Unterschiede sind: die Masseurin hat im Unterschied zur Masseuse mehr als nur einen Muskel im Griff. Und im Gegensatz zur Agentur schickt der Verlag nicht den Vertreter, sondern den Vertrauten als Überbringer der Botschaft ins Haus. Der nimmt sich Zeit, schätzt die längere Form. Er schreit nicht , sondern erzählt, komponiert Geschichten in Wort und Bild, sauber recherchiert, auf den Punkt gebracht. Journalisten, keine Werbetexter, arbeiten in diesem Verlag, der auch der Deine ist. Journalisten, die ebensogut für Focus und Freundin, für Elle oder Spiegel schreiben könnten. Darauf bin ich stolz. Und deshalb möchte ich das nicht mehr von Dir hören: „Sie als unsere Agentur müßten doch wissen, daß...“, oder: „Die zum Pitch aufgerufenen Agenturen werden gebeten, ihr Angebot bis zum....“. Richtig ist: „Sie als unser Verlag...“, oder wenn es unbedingt sein muß: „...die zum Pitch aufgerufenen Verlage und Agenturen..“. Soviel Zeit muß sein.! Und wer es partout nicht lassen kann mit der Agentur, der soll mich auch wie eine Agentur bezahlen. Für jede keine Änderung, für jedes ausgetauschte Bild, für jedes neue Editorial: viel Schmerzensgeld.

Der Pitchbull

Heute schon gepitcht? Unternehmen haben einen neuen Trend entdeckt: Pitches sind viel amüsanter und kurzweiliger als interne Meetings und Besprechungen. Man lässt ein paar Kontrahenten gegeneinander antreten und schaut zu, wie sie sich gegenseitig zerfleischen. Natürlich nicht physisch, sondern im Fernduell. Die Waffen sind die Preise. Der Billigste gewinnt. Das finde ich ziemlich sozial, denn dann gewinnen auch mal echte Schwächlinge, die sonst nix auf der Brust haben. Und die Unternehmen? Na, die freuen sich, dass sie nun wieder neue Erkenntnisse eingesäckelt haben, picken sich aus allen Präsentationen das Beste heraus und machen's selber. Oder über ihre Spez'ln von der Hausagentur. Oder über den "Neuen" (Agentur/Verlag), der per Preis-Biss in die Konkurrenten-Wade den Pitch gewonnen hat. Natürlich bekommt er einen Vertrag nur dann, wenn er mit den Preisen noch mal 10 Prozent "runter geht". Das verhandelt das Unternehmen gerne "nach". Und genau so sieht die Kommunikation des Unternehmens aus: Billig!

Hier schreiben Fachautoren über neue Trends und Entwicklungen des Corporate Publishing auf dem deutschsprachigen Markt.