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Wir sind Geschichtenerzähler - und das ist gut so

Bin ich noch auf dem rechten Weg? Eine Frage die man sich nicht nur im privaten Umfeld immer wieder gerne stellt. Auch Unternehmen hirnen alljährlich in intensiven Meetings dem woher und wohin. Die Suche nach dieser Antwort deklarieren hochrangige Unternehmenslenker oft als "Strategie-Sitzung". Uhhh, welch Pathos sich hinter dieser Begrifflichkeit verbirgt. Und diesem möchte man natürlich gerecht werden. Aus dem Grunde stellen die Initiatoren erwähnter Pathosorgien nach getaner Arbeit gerne das bisherige Tun des Unternehmens in Frage: „Wir sind keine Geschichtenerzähler“ soll kürzlich die Erkenntnis eines CP-Steuermanns nach vollendetem Strategie-Traktat gewesen sein. Zumindest erzählt das die Geschichte. Vielleicht möchte man sie deshalb auch nicht länger als Ballast in der mühevoll geschnitzten Strategie-Zille umherschippern. Aber warum eigentlich nicht? Ein Publishing-Unternehmen muss sich doch glücklich schätzen, dass es zum erlauchten Kreis der bezahlten Erzähler gehört.

Klaus Fog, Christian Budtz und Baris Yakaboylu vom dänischen Marktforschungsunternehmen SIGMA blasen den professionellen Geschichtenerzählern mit ihrer aktuellen Studie gerade wieder richtig wind in die Segel. In ihrem Buch „Storytelling – Branding in Practice“ geben sie Antworten darauf, inwieweit Geschichten helfen können, eine Unternehmensmarke zu stärken. Ihre Conclusio darf man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Geschichten helfen nicht nur Erzählern und Zuhörern auf einzigartige Weise Erlebtes zu einem Ganzen zu verschmelzen. Es gibt auch keine andere Form der Informationsdarbietung, die so glaubwürdig und leicht verständlich ist wie eine Geschichte und so tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlässt. Gut erzählte Geschichten sind daher ideale Instrumente, um Marken entstehen und wachsen zu lassen – schließlich leben starke Marken ausschließlich in den Köpfen der Konsumenten.“*

Yeah – so treffend kann ein Strategiepapier gar nicht formuliert sein, als dass es diese Erkenntnis in Frage stellt. Wie gut das man sich manchmal fernab geschlossener Strategieaufführungen nach dem rechten Weg erkundigt.

* Weitere Ausführungen zu den Thesen der drei dänischen Wissenschaftler liefert der aktuelle brandeins-Artikel „Das ungeschriebene Buch“, Seite 97 bis 101. Dort wird das Thema an der Geschichte des Notizbuchs „Molesinke“ aufgezogen. Schön zu lesen und sehr plakativ.

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