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Sind Blogger Journalisten?

Eine Frage die immer wieder auftaucht und die äußerst konträr diskutiert wird.
Gerade wieder einmal im Handelsblatt-Weblog von Thomas Knüwer. Allerdings ist man sich hier diesmal ungewohnt einig:

"...das Blog ist nur das Medium, in dem ein Beitrag steht. Auch in Blogs können recherchierte Beiträge, Interviews und sonstige Darstellungsformen stehen. Ich finde diese Diskussion auch unsinnig. Letztlich zeigen doch Blogs wie dieses hier, dass ein Journalist auch ein Blogger sein kann und umgekehrt. Der Journalist kann unter Umständen durch seine Arbeit und Verbindungen aus einem Thema noch mehr machen, als das ein "normaler" Blogger könnte", so die scharfsinnige Erläuterung eines Kommentatoren.

Auch Jan Tißler vom digitallife blog ist ähnlicher Meinung:

"...natürlich sind Blogger Journalisten. Es gibt gute und schlechte Blogger, talentierte und untalentierte, interessante und langweilige. Ebenso gibt es gut und aufwändig gemachte Blogs und hingeschluderte Blogs. Es ist einfach nur ein Medium, eine Art, Inhalte zu verbreiten, was man daraus macht, bleibt dem Autor überlassen."

Dieser Kommentar trifft meines Erachtens genau den Kern der Diskussion. Ausschlaggebend für die Qualität eines Blogs ist der Anspruch der Autoren, journalistisch gut recherchierte und sauber formulierte Inhalte zu veröffentlichen. Es ist sicher richtig, dass diesen Anspruch nur die wenigsten Blogger teilen. Laut einer Studie der Netzeitung sogar lediglich fünf Prozent. Vermutlich sind es aber gerade die fünf Prozent, die innerhalb der Blogosphäre wahrgenommen werden. Würde im Umkehrschluss bedeuten: Nur derjeinige der seriös, verständlich und ambitioniert blogt, findet Gehör im digitalen Kommunikations-Wirrwarr. Die Frage ob Journalist oder nicht beantwortet also nicht das Medium, sondern der Anspruch der Macher. Obwohl, das würde ja bedeuten, dass die "Schreiberlinge" der vielen unambitionierten Magazine da draußen gar keine Journalisten sind. Vielleicht sollte ich darüber mal nachdenken.

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Kommentare

Warum, Herr Escher, sollte ein "unambitioniertes Magazin" kein Journalismus sein? Journalismus, und das ist Ihnen sicherlich bekannt, wird im weitesten Sinne definiert als "...trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei". Darunter fallen sämtliche Publikationsformen - auch die "unambitionierten".

Lieber Gast,
für meinen Geschmack greift Ihre Definition von "Journalismus" etwas zu kurz. Gerne liefere ich Ihnen hier eine etwas detailliertere Version:

"Der Journalismus verlangt vom Journalisten die Fähigkeit, schnell, aktuell, verständlich und publikumswirksam zu schreiben, wobei die Maßstäbe von Gründlichkeit und Wahrhaftigkeit nicht verletzt werden dürfen."

Gründlichkeit und Wahrhaftigkeit korrelieren meines Erachtens eher nicht mit dem Attribut "unambitioniert". Was meinen Sie?

Gruß
Thomas Escher

ps: Sind Sie exklusiv gebundener Journalist oder hat es eine andere Bewandtnis das Sie hier unter dem Synonym "Gast" schreiben?

Noch ein kleiner Nachtrag zu diesem Thema:

Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Weblog veröffentlichte gerade einige Zahlen zur Relevanz von Weblogs in Amerika. Mehr Infos dazu gibt es hier:

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1138

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