Corporate Content goes mobile
"Pressematerial per Handy, Analystenbriefings auf dem Palm und Mitarbeiterinformation per i-mode - ist das bloß Zukunftsmusik oder handelt es sich kurz- und mittelfristig um realistische Anwendungen der Mobilkommunikation?"
Dieser Frage gingen die Kommunikationsberater von PLEON nach und kommen zu folgendem Fazit:
"Insgesamt gilt für "Mobile Corporate Communications:" Der Nutzer sollte Spaß daran haben und durch die Services wirklichen Mehrwert in Form von wichtigen Informationen, Zeit- oder Geldersparnis erhalten. Dann hilft es auch der Unternehmensmarke."
Das ist doch keine bahnbrechende Erkenntnis werden Sie jetzt sicher sagen - und - das ist doch keine Aussage, die nur exklusiv für die mobile Unternehmenskommunikation zutrifft. Schließlich sollte jegliche Information die Unternehmen ihren Kunden bieten ein Mehrwert sein. Stimmt. Aber leider gibt es Branchenvertreter, die das nicht so sehen. So schreibt Sandra Simon in der CP-Lounge diesen Kommentar zur PLEON-Studie.
Das stimmt mich irgendwie bedenklich. Nein, nicht die Tatsache das die Tragweite der mobilen Kommunikation in Frage gestellt wird. Sondern die hier offensichtlich vorherrschende lineare Betrachtungsweise: Printmagazin heute ist gleich blätterbares Handyformat morgen. Blätterbare Handyformate bieten kaum Platz für gehaltvolle Inhalte, folglich ist mobile Kommunikation für Unternehmen irrelevant.
Dieses Szenario, und da gebe ich der Kollegin völlig recht, wäre mehr als zum Heulen. Natürlich braucht es künftig Formate, die adäquat auf das jeweilige Medium abgestimmt sind. Und ganz sicher wird auch mittelfristig niemand mehrseitige Magazingeschichten auf seinem "digital device" lesen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass in Zukunft immer mehr Unternehmensinformationen digital distribuiert werden. Und das ist auch gut so. Damit passen sich die Unternehmen lediglich an die veränderten Lebens- und Nutzungsbedienungen ihrer Mitarbeiter und Kunden an. Dieser Realität müssen sich alle Kommunikatoren künftig stellen. Warum? Diese Frage beantwortete Richard Parsons, Chef von Time Warner, kürzlich in einem Handelsblatt-Interview:
"Warum starben die großen Eisenbahngesellschaften? Sie glaubten, sie wären im Eisenbahngeschäft. Tatsächlich waren sie aber im Transportgeschäft. Wir versuchen, diese Fehler nicht zu machen. Wir sind daher nicht im Magazingeschäft, sondern im Verlagsgeschäft."
Ich hoffe die Kollegin überdenkt ihre Meinung nochmal, sobald die Tränen getrocknet sind.
Kommentare
Ein echter Gegenwind für die Studie kommt auch vom Forum Corporate Publishing, wo es heißt: "Dabei werden sämtliche Facetten der Corporate Publisher wissenschaftlich aufgearbeitet: Von der grafischen und redaktionellen Ausgestaltung von Kundenzeitschriften und Mitarbeitermagazinen, über CP innerhalb des Customer Relationship Management, des Dialog- oder Permission-Marketing bis hin zur journalistischen Bearbeitung von Geschäftsberichten. „Trotz dot.com-Ernüchterung bleibt das Internet ein wichtiges Instrument des Corporate Publishing,“ betont Ferenc Papp, Vorstand Österreich des FCP. „Hier findet eine klare Entwicklung weg von der Technik-orientierung hinzu journalistisch gemachten Themenportalen statt,“ so Papp weiter. – Eine Branche im Aufwind also, auch wenn der Wind in der Medienlandschaft derzeit von vorne weht."
Posted by: Sandra Simon | 12.02.07 12:00