PDF-Magazine - Top oder Flop?
Der Gestalter Rainer Berg stellt seit kurzem seine gesammelten PDF-Magazine auf dem Portal pdf-mags.com vor. Jan Tißler, der selbst gerade dabei ist ein eigenes PDF-Magazin als "Low-Budget-Projekt" auf die Beine zu stellen, hat mit ihm unter anderem über die Zukunft von PDF-Magazinen gesprochen.
"Die Zukunft von PDF-Magazinen sieht meiner Meinung nach gut aus, ist es doch ohne großen Kapitaleinsatz möglich ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen", so Berg. Die Faszination des Mediums liege vor allem in seiner sehr einfachen Verbreitung und Darreichungsform. Bestehe doch die Möglichkeit, die Inhalte entweder am Bildschirm zu lesen, oder aber in der selbst ausgedruckten Variante des Magazins zu blättern. "Das Potential von PDF-Magazinen ist noch lange nicht ausgeschöpft. Ich vermisse derzeit allerdings interaktive Elemente, Filme und Töne, die auch ihren Platz im PDF finden können, wobei man Töne natürlich nur schlecht drucken kann", so Berg weiter.
Richtig. Genau aus diesem Grund wage ich zu bezweifeln, ob interaktive PDF-Magazine, gespickt mit Inhalten jeglicher Gattungsform, eine Zukunft haben. Denn der primäre Vorteil dieser Form von Inhaltsverbreitung liegt meines Erachtens genau in der von Berg zuvor angesprochenen Darreichungsform. Ein rein statisch aufgebautes PDF überlässt es dem Leser selbst, ob er das Magazin in seiner Mittagspause am Bildschirm durchklickt, oder dessen Inhalt auf dem abendlichen Heimweg in der U-Bahn gedruckt konsumiert. Sobald sich allerdings Voicefiles und Filme im Magazin finden, wird dem Leser diese Entscheidungsfreiheit genommen und er sieht möglicherweise gänzlich davon ab das Magazin weiter zu lesen.
Außerdem bin ich davon überzeugt, dass für die Kombination von Print- und Multimediainhalten so genannte eZines - also flashbasierte, blätterbare eMagazine - das bessere Trägermedium sind. Erstens ist die Netzabdeckung von Flash um einiges höher als die des PDF-Readers, zum anderen sind die interaktiven und multimedialen Darstellungsformen auf flashbasis viel facettenreicher als in dem doch eher statischen PDF-Format.
Fazit: PDF-Magazine haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und bieten sicherlich noch einiges Entwicklungspotenzial. Allerdings nur, wenn sie ihren Vorteil der Offline-Verfügbarkeit beibehalten und auch am Bildschirm eine einfache, möglichst lineare Leseform garantieren.
Weitere PDF-Magazinprojekte:
metamac magazin, ist ein digitales Wochenmagazin für Apple-Fans und erscheint jeden Montag neu zum Preis von 99 Cent.
Der Trüffeljäger, war eines der ersten, professionell gemachten PDF-Magazine in Deutschland. Leider wurde das Projekt im Herbst letzten Jahres eingestellt.
Focus-Campus, ist Deutschlands erstes wöchentliches PDF-Magazin für Studierende.
suchradar, ist das Fachmagazin für Suchmaschinen-Marketing
Wenn ihr weitere Beispiele habt, nur her damit!