« Nenn mich nicht Agentur | Main | Blasius Thätter »

Online oder Print?

Nach vielen Gesprächen, die ich in den letzten Wochen mit CP-Kollegen aus anderen Verlagen geführt habe, ist mir eines ganz klar geworden: Unsere Branche steht im Jahr 2007 vor einem echten Wendepunkt. Nachdem wir in den vergangenen Jahren eine starke Qualifizierung aller Print-Gattungen erzielt haben, werden wir inzwischen von einer Vielzahl neu formierter Online-Agenturen attackiert, die aus erfolgreich eingeführten Kundenzeitschriften sogenannte E-Journals oder E-Magazines machen wollen – an den CP-Verlagen vorbei. Bei uns vergeht derzeit nicht eine Woche, in der nicht einer unserer Kunden mit fragwürdigen Angeboten attackiert wird. Die Akquise-Formel lautet immer gleich: „Warum kommunizieren Sie noch auf Papier? Wenn Sie Ihr Magazin online bereitstellen, erreichen Sie erheblich mehr Adressaten und sparen obendrein noch Unsummen bei Druck und Versand.“ Das ist nicht ganz falsch, aber unter Aspekten des in unserer Branche vieldiskutierten Community-Publishings geht es vielmehr darum, das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Im Klartext: Wenn der Kunde unseres Kunden ein Print-Magazin verlangt, soll er in der Wertschätzung des Unternehmens auch eines bekommen. Kommuniziert er lieber online, dann lässt sich leicht auf Basis der Printversion ein E-Journal bereitstellen. Für CP-Dienstleister ist dies nicht nur ein neues attraktives Geschäftsfeld, mit dem sich Print obendrein langfristig stabilisieren lässt, sondern auch eine Möglichkeit lästige Angreifer in Schach zu halten. Wer jetzt nicht schnell genug Know-how bei Online-Magazinen aufbaut, wird auf der reinen Printschiene schnell aufs Abstellgleis fahren.

TrackBack

TrackBack URL für diesen Eintrag:
http://www.blogs-hbm.de/cgi-bin/mt-tb.cgi/124

Hier sind die Referenzen zu diesem Eintrag gelistet (Online oder Print?):

» Die Medienwoche (2) from Journalismus 2.0
Die zweite Woche des jungen Jahres sah Jauch gehen, noch bevor er gekommen war, und im Zuge dessen erfuhren wir allerlei Ungenießbares aus der ARD. Gab es eigentlich schon mal ein ZEIT-Dossier, das von oben bis unten, von Parteiengeschacher bis Sportj... [Read More]

Kommentare

Autorin Sandra Simon schreibt zu dem spannenden Thema E-Magazine hier in der "benachbarten" CP-Lounge:

"Wenn schon am zweiten Tag des neuen Jahres ein “Wort 2007” gewählt werden würde, wäre es sicher im CP-Bereich multimedial. Alles, aber wirklich alles lässt sich in einem Online-Magazin, wie w&v@live eines ist, in Bewegung versetzen oder vertonen.

Dem Auge werden nach den Ohren Höchstleistungen abverlangt, denn die Schrift bahnt sich von links nach rechts den Weg, Werbebanner sprechen und bewegen sich, bei einer Mausbewegung gewinnen mindestens fünf Bilder an Größe und schier alles scheint gigantisch belebt.

Mein erster Eindruck: Hilfe, die Multimedialität gewinnt die Oberhand. Muss in unseren schnelllebigen Zeit wirklich alles zappeln, zucken, krachen oder einfach nur in Bewegung sein, wie in einem Animationsfilm. Tut unseren Sinnen nicht etwas konventionelle Ruhe gut?

Wir müssen es doch nicht den Chinesen gleich tun, die auf farbig-krachende Werbeplakate, blinkende Banner und Minifernseher in Taxis stehen.

Doch Achtung: Multimediale Magazine sind nicht dem Untergang geweiht. Vielmehr geht es um ein gesundes Mittelmaß, um die Freude am virtuellen Blättern aufrecht zu erhalten. Schließlich soll es dem Leser Spaß machen zu lesen, zu staunen… Dabei spielt nicht nur die ideale Verbindung von Layout, Fotos und Text eine wichtige Rolle, sondern eben auch die multimediale Gestaltung mit oder ohne Werbung..."

Es ist ja nicht nur so, dass den Verlagen Geschäft entgeht, wenn sie sich der Digitalisierung verweigern. Sicherlich sollte man den Kunden und wiederum dessen Kunden im Blick haben. das erfolgreiche CP bedient doch dei Kunden der Kunden da, wo sie sich aufhalten. daher ist es doch ein Muß, den Kunden dahingehend zu beraten. Letztendlich kann das Ergebnis immer nur eine sinnvolle Mischung aus vielen Kanälen sein. Ein entweder oder trifft es/den Kunden einfach nicht gut genug. Nur sollten sich die Print-Verlage diesen Gedankengängen öffen. Sonst verlieren sie tatsächlich

Kommentar schreiben

Hier schreiben Fachautoren über neue Trends und Entwicklungen des Corporate Publishing auf dem deutschsprachigen Markt.