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Nenn mich nicht Agentur

Nenn mich nicht Agentur, Kunde! Nenn mich Verlag, dann ist Ruhe. Oder ist für Dich der Konditor Bäcker, die Masseurin Masseuse? Gerade Dir war es doch noch wichtig , Mobilfunkanbieter und nicht Telefongesellschaft genannt zu werden? Und wie bist Du mir über den Mund gefahren, weil ich Drogerie zu Dir sagte und nicht Drogeriemarkt. Bei mir forderst Du ein Unterscheidungsvermögen, das Du mir verweigerst. Denn Unterschiede sind: die Masseurin hat im Unterschied zur Masseuse mehr als nur einen Muskel im Griff. Und im Gegensatz zur Agentur schickt der Verlag nicht den Vertreter, sondern den Vertrauten als Überbringer der Botschaft ins Haus. Der nimmt sich Zeit, schätzt die längere Form. Er schreit nicht , sondern erzählt, komponiert Geschichten in Wort und Bild, sauber recherchiert, auf den Punkt gebracht. Journalisten, keine Werbetexter, arbeiten in diesem Verlag, der auch der Deine ist. Journalisten, die ebensogut für Focus und Freundin, für Elle oder Spiegel schreiben könnten. Darauf bin ich stolz. Und deshalb möchte ich das nicht mehr von Dir hören: „Sie als unsere Agentur müßten doch wissen, daß...“, oder: „Die zum Pitch aufgerufenen Agenturen werden gebeten, ihr Angebot bis zum....“. Richtig ist: „Sie als unser Verlag...“, oder wenn es unbedingt sein muß: „...die zum Pitch aufgerufenen Verlage und Agenturen..“. Soviel Zeit muß sein.! Und wer es partout nicht lassen kann mit der Agentur, der soll mich auch wie eine Agentur bezahlen. Für jede keine Änderung, für jedes ausgetauschte Bild, für jedes neue Editorial: viel Schmerzensgeld.

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Kommentare

Verlag zu Agentur verhält sich wie Journalist zu Texter. Gut gegeben!

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