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Media-Marketing? Ich bin doch wohl blöd!

In den Unternehmen geht die Angst um. Angst, dass die Verantwortlichen in den Bereichen Marketing/Kommunikation nicht mehr in der Lage sind, Kommunikationsdienstleistungen selber einzukaufen. Jawoll, das ist der Fall. Jetzt sind die wahren Profis am Zuge: Die Einkäufer. Die verstehen zwar nix von Kommunikation, dafür umso mehr von Rabattschlachten. Und das geht so: Am Morgen kauft der Herr Chefeinkäufer 10.000 Rollen Klopapier, 100.000 Bleistifte, 15.000 Aktenordner, 21.000 Radiergummis aus China ("knallhart verhandelt") und nachmittags noch schnell 5.000 Taschenrechner, ein Kundenmagazin und 1.500 Pakete Kopierpapier. Das Kundenmagazin ordert er per Bestellschein, den alle Anwärter ausfüllen müssen, z.B. "Beschaffenheit und Struktur der Ware: Hart, mittel, weich" oder "vierlagig, dreilagig, zweilagig oder einfach". Da kommen wir ins Grübeln, aber zu dem Schluss, dass "vierlagig" wohl ein Schreibfehler ist und es "verlagig" heißen müsste. Wir sind nicht "agenturlich". Irgendwie beschleicht uns das Gefühl, dass es dem Einkäufer nur auf Menge und Preis ankommt, egal was drin- oder draufsteht.

Das Ausfüllen der vielen hübschen Felder macht jedenfalls Spaß. Das Verfahren ist prima, denn jetzt brauchen wir Publisher nicht mehr mit den Marketingleuten über den Aufwand diskutieren, der z.B. für eine exklusive Reportage notwendig ist, und die Marketingleute brauchen sich mit uns nicht mehr über die strategischen Zielstellungen, das Wording (toller Begriff!) und ihr CD auseinandersetzen. Der Herr Chefeinkäufer besteht darauf, dass der Druck nicht auf 90g-Papier (gestrichen!) erfolgen sollte, sondern auf maximal 15g. Allerdings zweilagig, sonst gibt's zu hohen Durchschuss. Der Marketingleiter bricht schweigend zusammen.

Wir schreiben einfach Folgendes: "Wir drucken gerne auf Klopapier. Da kann Ihr Kunde bei seinen Sitzungen die tollsten Nachrichten und Stories lesen und zwar bis zum Ende der Rolle. Er wird ständig nach neuen Rollen lechzen und beschließen, sein Leben nur noch auf'm Klo zubringen zu wollen. Und Sie können immer mehr Rollen verkaufen. Ist das nicht toll?"

Unser Klopapier ist übrigens saubillig und beidseitig verwendbar (100%iger Mehrwert)! Der Erfolg liegt klar auf der Hand, Herr Chef-Einkäufer!

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Kommentare

Das sind ja spaßige Aussichten! Einkäufer sind eben kreative Menschen........

Das Marketing fragt eine komplexe Leistung beim CPler an. Das naturgemäß komplexe Angebot sorgt beim Kunden für uneingestandenes Nichtverstehen und in der Folge zu komplexen Abrechnungsproblemen. Die Rechenleistung eines erfahrenen Klopapiereinkäufers hätte dieses Mal - vielleicht - ein Malheur verhindert.

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