28. Juli 2008

Red(y) for digital cinema oder: Warum künftig nur noch die Idee zählt

"Hast du das rot nich' geseh'n?". Eine Frage mit der Policeman Dave Speed, alias Terence Hill, im Komödienklassiker "der Supercop" immer wieder konfrontiert wird wenn ihn seine Superkräfte im Stich lassen:

Künftig wird sich diese Frage wohl auch an Filmschaffende richten, die teure 35 Millimeterproduktionen anbieten und einen Pitch nach dem anderen verlieren: "Hast du die Red nich’ geseh’n'" wird da künftig der ein oder andere Etatverwalter großer Lifestylemarken den Bereichsleiter "FFF" der Werbeagentur fragen.

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Was er damit meint sieht aus wie die Photonenkanone aus einer Star Trek Episode, ist aber nichts anderes als die erste digitale Bewegtbild-Kamera die in Kinoqualität aufzeichnet: Die Red. Red steht für "Red Digital Cinema Camera Company" und ist die Hersteller-Abkürzung dieser digitalen 4K-Kamera.

4K - was ist das denn?

Was sich für den Laien erstmal wie der neue Tarif seiner ohnehin zu teuren Krankenversicherung anhört beschreibt dem Kenner die Auflösung der Kamera: 4K kennzeichnet eine Bildgröße von 4096 x 3072 Pixel. Ergibt über den Daumen gepeilt rund 12,5 Millionen Pixel pro Bild - bewegt wohl gemerkt. Im Verhältnis: Onkel Helmuts Mini-DV-Kamera, mit der er aus jeder noch so trägen Familienfeier den spannendsten Scorsese-Streifen zaubert, operiert mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixel. Noch.

Allerdings nicht mehr lange. Denn Red hat bereits für 2009 eine abgespeckte Variante seiner 4K-Kamera für Indiefilmer und damit letztlich auch für den Hobby-Regisseur angekündigt. Was das für die Filmbranche heißt liegt auf der Hand: Mittelfristig wird die bis dato sehr teure und diffizile Technik im High-End-Bereich keine Markteintrittsbarriere mehr sein. Was im Umkehrschluss bedeutet: Künftig zählt lediglich die Idee!

Gute Zeiten also für Onkel Helmut, der nach seiner Karriere im Einwohnermeldeamt Bottrop ohnehin immer mal was mit Medien machen wollte. Vielleicht klingelt ja schon bald der Etatverwalter einer großen deutschen Lifestylmarke bei ihm durch, dem auf Youtube die total abgefahrene Interpretation der Erstkommunion von Helmuts Neffen in's Auge sprang, wer weiß.

Keine Ahnung wie's Ihnen geht, aber ich sehe künftig Red. Und damit für viele professionelle, aber ideenarme Produktionsfirmen rot.

Die Branche über Red:
Was die Branche über die neue Entwicklung von Red denkt gibt's hier in mehreren Interviews zu hören und sehen. Aufgezeichnet - natürlich mit einer Red!

Wer steckt hinter Red?

Der Kopf hinter Red ist Jim Jannard, Gründer und CEO von Oakley Inc. Ein Mann also der weiß, wie man aus dem Nichts seinen Wettbewerb düpiert.

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07. Juli 2008

Am Anfang war der Pageview

Bei aller Diskussion um die Qualität des online angebotenen Contents, darf nicht vergessen werden, dass Online-Journalisten sich nicht nur mit dem Bemühen um gute Sprache, sondern auch mit harten Messkriterien herumschlagen müssen.
Einen Eindruck davon, wie alles anfing, mit den Pageviews, und den Visits, und den Clicks, gibt die Seite Abseits.de - ein Reise zurück in die Zeit, als Onliner dabei waren, die Scherben der New Economy zusammen zu fegen. Das Design der Seite, nun ja, voll Retro, die Inhalte, indes, aktueller denn je.

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02. Juli 2008

Hello - I'm a PC

Hello, I'm a Mac - and I'm a PC. Na, erkannt? Klar! Das Format gibt es ja auch schon länger. Aber die Marketing-Cowboys von Apple legen mit jedem neuen Spot bei der Ideenfindung einen drauf.

Der absolute Hammer ist die neue Episode "Sad Song", in dem Mr. PC Sir Mac sein Leid-Lied singt - absolute weltklasse. Da stimmt einfach jedes Detail.

Aber auch die restlichen Episoden sind alle mit dem nötigen Augenzwinkern gemacht, so das man sich die Spots gerne auch zwei, drei Mal ankuckt und sie an Freunde und Bekannte streut.

Ein einfaches, billig zu produzierendes Format mit enormer Wirkung und skalierbar bis zum St. Nimmerleinstag. Viral Marketing at it's best. And how about you - PC or Mac?

Alle erschienenen Episoden seit 2006 gibt's hier.

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17. Juni 2008

Club der Ahnungslosen?

Klar, keine Profession lässt sich gern in die Karten schauen. Fliesenleger und Maler mögen es schließlich auch nicht, wenn Hobbyheimwerker am Wochenende, das tun, was die Männer mit den Meister- und Gesellenbriefen doch eigentlich am besten und auch gern ohne Mehrwertsteuer machen: nämlich malen und fliesen.

Und dann kommt da auch noch ein Start-up-Unternehmer (mittlerweile gibt es die ja wieder) wie Marcel Meier daher, Gründer der FreeFlow AG, pumpt sich bei einer Veranstaltung des Ringier-Verlags auf und behauptet: „Mit dem richtigen Tool kann auch ich Journalist werden.“ Soll heißen: Zum Publizieren braucht es nur eine kostenlose Blog-Software und ein überdurchschnittlich ausgeprägtes Geltungs- und Mitteilungsbedürfnis.

Dies nur vorweg, um verständlich zu machen, warum manche Redakteure –vorzugsweise solche aus der überregionalen Platzhirsch-Presse und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern – aggressiv reagieren, wenn Blogger und andere publizierende Amateure in ihrem Revier wildern. So beschimpfte kürzlich Bernd Graff, stellvertretender Onlinechef der Süddeutschen, das Internet (mithin das Medium, das es dem Mann ermöglicht, jeden Monat seine Miete zu bezahlen) als „Debattierklub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten“. Bewirbt sich der Mann mit seiner Polemik etwa um eine Stelle in der Printausgabe mit all den Old-School-Annehmlichkeiten wie Redaktionsschluss, Tarifvertrag und Publikationsbefugnis ausschließlich für Redakteure mit 24-monatigem Volontariat bei nach DIN zertifizierten Qualitätszeitungen?

Immerhin, so viel ist daran richtig: Gute Blogs erinnern eher an die Intelligenzblätter des 18. Jahrhunderts, aus den Zeiten vor der Professionalisierung des Journalistenberufs, als vor allem Meinungen ausgetauscht wurden: wenige Nachrichten, kaum erzählende Texte, dafür sehr viele Kommentare, manche intelligent, die meisten schnell hingeworfen und wenig durchdacht, viele davon gehässig. Insofern sind Blogs bei nüchterner Betrachtung ein Sekundärmedium, denn sie können in der Regel nicht eigenständig existieren, sondern basieren auf dem, was professionelle Journalisten an Fakten und Storys zusammengetragen haben. Kann sich ein Redakteur eigentlich mehr Aufmerksamkeit für seine Texte wünschen?

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11. Juni 2008

Heute schon geküsst?

Laut Brockhaus definiert sich der Kuss als das "Berühren eines Menschen oder eines Gegenstandes mit den Lippen als Zeichen der Liebe, Freundschaft oder Verehrung".

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Im Kontext der "Mentos-Kiss-Cam" stellt sich dann zwar die Frage ob die nette Blondine am Strand von Surabaya ihre Liebe, Freundschaft, Verehrung oder was auch immer nun der 35 Millimeter-Filmkamera, dem dahinterstehenden Kameramann oder dem Webcam-Nutzer vor dem Schirm schenkt.

Aber ehrlich gesagt ist das auch relativ Wurscht. Die Mentos-Kiss-Cam ist einfach cool gemacht und zeigt, das es da draußen noch Marken gibt die Mut zur Kreativität haben. Also, schnell die Webcam aktivieren und bei den Freshmakern reinklicken. Eine Micro-Site mit Frischegarantie!

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Hier schreiben Fachautoren über neue Trends und Entwicklungen des Corporate Publishing auf dem deutschsprachigen Markt.